07.03.2012:
Österreichs Bevölkerung wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Eine Studie der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen rechnet mit neun Millionen Einwohnern in den nächsten zwanzig Jahren. Infolge des Bevölkerungswachstums und der Verkleinerung der Haushalte durch erhöhte Lebenserwartung, steigende Scheidungszahlen und der Veränderung der Familienstruktur wird die Haushaltsanzahl 2001 mit 3,346 Mio. auf 4,231 im Jahr 2040 wachsen. Dabei erhöhen sich vor allem die Ein- und Zweipersonenhaushalte. Daher orten die Studienautoren des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) eine Verknappung des Wohnungsangebots, steigende Preise und daraus resultierende soziale Probleme als Auswirkungen und sehen auch das Bau- und Immobiliengewerbe insgesamt betroffen. Daraus errechnet man, dass in Zukunft eine jährliche Neubauproduktion von rund 45.000 Wohneinheiten dringend erforderlich ist.
Jeder Eingriff kann die Effizienz des Systems nachhaltig gefährden
Das österreichische Bausparsystem ist ein effizienter Bestandteil der Wohnbauförderung, der auf der Sparleistung von 5,2 Millionen Sparern basiert, die für ihre Einzahlungen die staatliche Bausparprämie erhalten und mit ihren Spareinlagen während der sechsjährigen Sparzeit die Vergabe zinsgünstiger Darlehen für den Wohnbau erst ermöglichen. Dieser Spar- und Finanzierungskreislauf ist fein austariert, jeder Eingriff kann die Effizienz des Systems nachhaltig gefährden.
Bisher haben die österreichischen Bausparkassen rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr für den Wohnungsneubau zur Verfügung gestellt – wie viel das in den nächsten Jahren sein kann, wird darauf ankommen, wie stark die Beliebtheit des Bausparens und damit das Sparverhaltens durch die Einschnitte unangetastet bleibt.