Für Großkunden

Stand: 01.10.2015

ALLGEMEINER TEIL

 

I. GRUNDREGELN FÜR DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN KUNDE UND KREDITINSTITUT


A. Geltungsbereich und Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen


1. Geltungsbereich
Z 1. (1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (im Folgenden AGB) gelten für die Einlagen-
Geschäftsverbindung zwischen dem Kunden und dem Kreditinstitut. Vorrangig gelten Bestimmungen in mit dem
Kunden getroffenen Vereinbarungen oder in Sonderbedingungen.
(2) Die Begriffe "Verbraucher" und "Unternehmer" werden im Folgenden im Sinn des
Konsumentenschutzgesetzes verstanden.


2. Änderungen
Z 2.
(1) Änderungen der AGB erlangen mit Beginn des Monats, der der Verständigung des Kunden als übernächster
folgt, Rechtsgültigkeit für alle gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsbeziehungen des Kunden zum
Kreditinstitut, sofern nicht bis dahin ein schriftlicher Widerspruch des Kunden beim Kreditinstitut einlangt. Die
Verständigung des Kunden kann in jeder Form erfolgen, die mit ihm im Rahmen der Geschäftsverbindung
vereinbart worden ist. Eine mit dem Kunden getroffene Vereinbarung über den Zugang von Erklärungen des
Kreditinstituts gilt auch für die Verständigung von Änderungen der AGB.
(2) Das Kreditinstitut wird den Kunden in der Verständigung auf die Tatsache der Änderung der AGB und darauf
aufmerksam machen, dass sein Stillschweigen nach Ablauf des Monats, der der Verständigung gemäß Absatz 1
als nächster folgt, als Zustimmung zur Änderung gilt.


B. Abgabe von Erklärungen


1. Aufträge des Kunden

Z 3. (1) Aufträge sind schriftlich zu erteilen.
(2) Das Kreditinstitut ist jedoch auch berechtigt, die ihm mittels Telekommunikation (insbesondere telefonisch,
telegrafisch, fernschriftlich, mittels Telefax oder Datenfernübertragung) erteilten Aufträge durchzuführen. Zur
Durchführung solcher Aufträge ist das Kreditinstitut bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen nur dann
verpflichtet, wenn dies der Kunde mit dem Kreditinstitut vereinbart hat.


2. Einholung von Bestätigungen durch das Kreditinstitut
Z 4.
Aus Gründen der Sicherheit ist das Kreditinstitut berechtigt, insbesondere bei mittels Telekommunikation
erteilten Aufträgen vor deren Ausführung je nach Lage des Falles auf dem gleichen oder auch einem anderen
Kommunikationsweg eine Auftragsbestätigung einzuholen.


3. Erklärung des Kreditinstitutes
Z 5
. (1) Die mittels Telekommunikation gemachten Mitteilungen und Erklärungen des Kreditinstitutes gelten –
sofern keine abweichenden schriftlichen Vereinbarungen getroffen wurden oder Usancen der Kreditinstitute
bestehen – vorbehaltlich schriftlicher Bestätigung.
(2) Die Bestimmung des Absatzes 1 gilt nicht gegenüber Verbrauchern.


C. Verfügungsberechtigung nach dem Tod des Kunden
Z 6.
(1) Das Kreditinstitut wird, sobald es vom Ableben eines Kunden Kenntnis erhält, Dispositionen auf Grund
eines Beschlusses des Abhandlungsgerichts oder der Einantwortungsurkunde zulassen. Verfügungen eines
einzelverfügungsberechtigten Kontoinhabers über das Gemeinschaftskonto werden durch diese Regelung nicht
berührt.(2) Zeichnungsberechtigungen erlöschen nicht durch den Tod des Kunden, wenn sie von einem
Unternehmer für ein Geschäftskonto erteilt wurden. Konten eines Unternehmers gelten im Zweifel als
Geschäftskonten.


D. Pflichten und Haftung des Kreditinstituts


1. Informationspflichten und Haftung
Z 7
. Über die gesetzlichen Informationspflichten hinaus treffen das Kreditinstitut mangels einer gesonderten
Vereinbarung keine anderen als die in seinen Geschäftsbedingungen erwähnten Informationspflichten. Das
Kreditinstitut ist daher – soweit keine gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung besteht – nicht verpflichtet, den
Kunden über den Wert oder die Wertlosigkeit anvertrauter Gegenstände oder über Umstände, die den Wert
dieser Gegenstände beeinträchtigen oder gefährden könnten, zu unterrichten oder dem Kunden sonstige
Ratschläge oder Auskünfte zu erteilen.
Der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass das Kreditinstitut, soweit gesetzlich zulässig, nach bestem Wissen und
Gewissen in banküblichem Ausmaß Auskünfte und Ratschläge erteilt. Das Kreditinstitut muss jedoch für sich und
die mit ihr zusammenarbeitenden Personen für die gesamte Geschäftsverbindung mit dem Kunden, aber auch für
die Inanspruchnahme ihrer Einrichtungen durch Nichtkunden, den Ausschluss einer Haftung für leichte
Fahrlässigkeit beanspruchen.


2. Ausführung von Aufträgen
Z 8.
(1) Einen Auftrag, der seinem Inhalt nach typischerweise die Heranziehung eines Dritten erforderlich macht,
erfüllt das Kreditinstitut durch Betrauung eines Dritten im eigenen Namen. Wählt das Kreditinstitut den Dritten
aus, so haftet es für die sorgfältige Auswahl.
(2) Das Kreditinstitut ist verpflichtet, dem Kunden über dessen Aufforderung die etwa bestehenden Ansprüche
gegen den Dritten abzutreten. Die Verpflichtungen des Kreditinstituts gegenüber dem Kunden aus dem
Überweisungsgesetz 1999 werden durch die vorliegenden Bedingungen nicht eingeschränkt.


E. Mitwirkungspflichten und Haftung des Kunden

 

1. Einleitung
Z 9. Der Kunde hat im Verkehr mit dem Kreditinstitut insbesondere die im Folgenden angeführten
Mitwirkungspflichten zu beachten; deren Verletzung führt zu Schadenersatzpflichten des Kunden oder zur
Minderung seiner Schadenersatzansprüche gegen das Kreditinstitut.
 

2. Bekanntgabe wesentlicher Änderungen
a) Name oder Anschrift

Z 10. (1) Der Kunde hat dem Kreditinstitut Änderungen seines Namens, seiner Firma, seiner Anschrift oder der
Anschrift einer anderen von ihm namhaft gemachten Empfangsstelle unverzüglich schriftlich mitzuteilen.
(2) Gibt der Kunde Änderungen der Anschrift nicht bekannt, gelten schriftliche Erklärungen des Kreditinstituts als
zugegangen, wenn sie an die letzte dem Kreditinstitut bekannt gegebene Anschrift gesendet wurden.


b) Vertretungsberechtigung
Z 11
. (1) Der Kunde hat dem Kreditinstitut das Erlöschen oder Änderungen einer diesem bekannt gegebenen
Vertretungsberechtigung – einschließlich der Verfügungs- und Zeichnungsberechtigung (Z 27 und 28)
unverzüglich schriftlich mitzuteilen und durch geeignete Urkunden nachzuweisen.
(2) Eine dem Kreditinstitut bekannt gegebene Vertretungsberechtigung gilt bis zur schriftlichen Mitteilung des
Erlöschens oder einer Änderung im bisherigen Umfang weiter, es sei denn, dass dem Kreditinstitut das Erlöschen
oder die Änderung bekannt oder aus grober Fahrlässigkeit unbekannt war. Dies gilt insbesondere auch dann,
wenn das Erlöschen oder die Änderung der Vertretungsberechtigung in einem öffentlichen Register eingetragen
und eine diesbezügliche Veröffentlichung erfolgt ist.


c) Geschäftsfähigkeit; Auflösung der Gesellschaft
Z 12
. Jeder Verlust und jede Einschränkung der Geschäftsfähigkeit des Kunden sind dem Kreditinstitut
unverzüglich schriftlich anzuzeigen. Ist der Kunde eine Gesellschaft oder eine juristische Person, so ist auch
deren Auflösung dem Kreditinstitut unverzüglich bekannt zu geben.


3. Klarheit von Aufträgen
Z 13.
(1) Der Kunde hat für eine klare und eindeutige Formulierung seiner Aufträge an das Kreditinstitut zu
sorgen. Abänderungen, Bestätigungen oder Wiederholungen müssen ausdrücklich als solche gekennzeichnet
sein.
(2) Will der Kunde dem Kreditinstitut besondere Weisungen für die Ausführung von Aufträgen geben, so hat er
dies dem Kreditinstitut gesondert und ausdrücklich, bei formularmäßig erteilten Aufträgen außerhalb des
Formulars, mitzuteilen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Ausführung des Auftrags besonders eilbedürftig oder
an bestimmte Fristen und Termine gebunden ist.
4. Sorgfalt bei Verwendung von Telekommunikationsmitteln
Z 14. Werden vom Kunden mittels Telekommunikation Aufträge erteilt oder sonstige Erklärungen abgegeben, so
hat er geeignete Vorkehrungen gegen Übermittlungsfehler und Missbräuche zu treffen.


5. Erhebungen von Einwendungen
Z 15.
(1) Der Kunde hat Erklärungen des Kreditinstituts, wie z.B. Bestätigungen von ihm erteilter Aufträge,
Anzeigen über deren Ausführung, Kontoauszüge, Rechnungsabschlüsse und sonstige Abrechnungen aller Art,
sowie Sendungen und Zahlungen des Kreditinstituts auf ihre Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen und
etwaige Einwendungen unverzüglich zu erheben.
(2) Gehen dem Kreditinstitut innerhalb von sechs Wochen keine schriftlichen Einwendungen zu, so gelten die
angeführten Erklärungen und Leistungen des Kreditinstituts als genehmigt; das Kreditinstitut wird den Kunden
jeweils bei Beginn der Frist auf diese Bedeutung seines Verhaltens hinweisen. Hierfür genügt auch die
Information mit einem Kontoauszug.


6. Benachrichtigung bei Ausbleiben von Mitteilungen
Z 16
. Der Kunde hat das Kreditinstitut unverzüglich zu benachrichtigen, falls ihm regelmäßige Mitteilungen des
Kreditinstituts (wie z.B. Rechnungsabschlüsse) oder sonstige Mitteilungen oder Sendungen des Kreditinstituts,
mit denen der Kunde nach Lage des Falles rechnen musste, nicht innerhalb der Frist, die üblicherweise für die
vereinbarte Übermittlung zu veranschlagen ist, zugehen.


7. Übersetzungen
Z 17
. Fremdsprachige Urkunden aller Art sind dem Kreditinstitut auf Verlangen auch in deutschsprachiger
Übersetzung, die von einem gerichtlich beeideten Übersetzer beglaubigt ist, vorzulegen.
 

F. Erfüllungsort; Rechtswahl; Gerichtsstand


1. Erfüllungsort
Z 18. Erfüllungsort für beide Teile sind die Geschäftsräume jener Stelle des Kreditinstituts, mit der das Geschäft
abgeschlossen wurde.


2. Rechtswahl
Z 19
. Für alle Rechtsbeziehungen zwischen dem Kunden und dem Kreditinstitut gilt österreichisches Recht.


3. Gerichtsstand
Z 20.
(1) Klagen eines Unternehmers gegen das Kreditinstitut können nur beim sachlich zuständigen Gericht am
Sitz des Kreditinstituts erhoben werden. Dieser Gerichtsstand ist auch für Klagen des Kreditinstituts gegen einen
Unternehmer maßgeblich, wobei das Kreditinstitut berechtigt ist, seine Rechte auch bei jedem anderen örtlich und
sachlich zuständigen Gericht geltend zu machen.
(2) Der für Klagen eines Verbrauchers oder gegen einen Verbraucher bei Vertragsabschluss mit dem
Kreditinstitut gegebene allgemeine Gerichtsstand in Österreich bleibt auch dann erhalten, wenn der Verbraucher
nach Vertragsabschluss seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt und österreichische gerichtliche Entscheidungen in
diesem Land vollstreckbar sind.


G. Beendigung der Geschäftsverbindungen
Z 21.
Auf die besonderen Kündigungsbestimmungen für Termineinlagen gemäß Rahmenvertrag über
Termineinlage wird hiermit hingewiesen.


II. BANKAUSKUNFT


Z 22. Allgemein gehaltene bankübliche Auskünfte über die wirtschaftliche Lage eines Unernehmens werden,
soweit keine Verpflichtung hiezu besteht, nur unverbindlich und gegenüber Unternehmern nur schriftlich erteilt.


III. ERÖFFNUNG UND FÜHRUNG VON KONTEN


A. Eröffnung von Konten
Z 23.
Bei Eröffnung eines Kontos hat der künftige Kontoinhaber seine Identität nachzuweisen. Konten werden
unter dem Namen oder der Firma des Kontoinhabers und einer Nummer geführt.
Der Kontoinhaber hat dem Kreditinstitut alle Informationen zur Verfügung zu stellen, die das Kreditinstitut zur
Erfüllung der Sorgfaltspflichten wegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung benötigt.


B. Unterschriftsproben
Z 24.
Diejenigen Personen, die über das Konto verfügungsberechtigt bzw. zeichnungsberechtigt sein sollen,
haben beim Kreditinstitut ihre Unterschrift zu hinterlegen. Das Kreditinstitut wird schriftliche Dispositionen im
Rahmen der Kontoverbindung mit dem Kunden auf Grund der hinterlegten Unterschriften zulassen.


C. Verfügungsberechtigung und Zeichnungsberechtigung
1. Verfügungsberechtigung
Z 25
. Zur Verfügung über das Konto ist lediglich der Kontoinhaber berechtigt. Zu seiner Vertretung sind nur jene
Personen befugt, deren Vertretungsberechtigung sich aus dem Gesetz ergibt oder denen ausdrücklich und
schriftlich eine Vollmacht zur Verfügung über dieses Konto erteilt wurde; sie haben ihre Identität und
Vertretungsberechtigung nachzuweisen.
Bei Vorsorgevollmachten genügt eine Vollmacht, die allgemein die Verfügung über die Konten des
Vollmachtgebers umfasst.


2. Zeichnungsberechtigung
Z 26.
Der Kontoinhaber kann anderen Personen ausdrücklich und schriftlich eine Zeichnungsberechtigung
erteilen. Der Zeichnungsberechtigte ist ausschließlich zur Vornahme und zum Widerruf von Dispositionen über
die Kontoforderung befugt.


D. Besondere Kontoarten
1. Subkonto
Z 27
. Zu einem Konto können Subkonten geführt werden. Selbst wenn diese mit einer Subbezeichnung versehen
werden, ist dem Kreditinstitut gegenüber ausschließlich der Kontoinhaber berechtigt und verpflichtet.


2. Treuhandkonto
Z 28.
Bei Treuhandkonten ist dem Kreditinstitut gegenüber ausschließlich der Treuhänder als Kontoinhaber
berechtigt und verpflichtet.


3. Gemeinschaftskonto
Verfügungsberechtigung
Z 29
. (1) Ein Konto kann auch für mehrere Inhaber eröffnet werden (Gemeinschaftskonto). Verfügungen über
das Konto, insbesondere dessen Schließung und die Erteilung von Zeichnungsberechtigungen, können nur von
allen Inhabern gemeinsam vorgenommen werden. Jeder Kontoinhaber kann sich im Einzelfall durch einen eigens
dazu Bevollmächtigten vertreten lassen.
(2) Für Verpflichtungen aus dem Konto haften alle Inhaber zur ungeteilten Hand.
(3) Wurde nicht ausdrücklich anderes vereinbart, so ist jeder Kontomitinhaber allein berechtigt, über die
Kontoforderung zu disponieren. Diese Berechtigung wird jedoch durch den ausdrücklichen Widerspruch eines
anderen Kontoinhabers beendet, in diesem Fall sind nur alle Mitinhaber gemeinsam berechtigt.
(4) Zeichnungsberechtigungen können von jedem einzelnen Kontomitinhaber widerrufen werden.


E. Kontoabschlüsse
Z 30.
Sofern nichts anderes vereinbart ist, schließt das Kreditinstitut Konten vierteljährlich ab. Die im Vierteljahr
jeweils angefallenen Zinsen und Entgelte sind Teil des Abschlusssaldos, der in der Folge weiter verzinst wird
("Zinsenzinsen").


IV. ENTGELTE FÜR LEISTUNGEN UND AUFWANDERSATZ
A. Entgelte
1. Grundsatz der Entgeltlichkeit
Z 31
. (1) Das Kreditinstitut ist berechtigt, für seine Leistungen vom Kunden Entgelte, insbesondere Zinsen,
Gebühren und Provisionen, zu verlangen.
(2) Dies gilt auch für zweckmäßige Leistungen, die ohne Auftrag, aber im Notfall oder zum Vorteil des Kunden
durchgeführt werden oder im Zusammenhang mit der Abwicklung der Verlassenschaft des Kunden vom
Kreditinstitut erbracht werden.


2. Höhe der Entgelte
Z 32
. Das Kreditinstitut hat für seine Leistungen Anspruch auf ein angemessenes Entgelt, dessen Höhe das
Kreditinstitut für bestimmte typische Leistungen in einem Preisaushang festlegen wird.


3. Änderung der Entgelte für Dauerleistungen
Z 33.
(1) Das Kreditinstitut kann gegenüber Unternehmern Entgelte für Dauerleistungen (Zinsen,
Kontoführungsgebühr, etc.) unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände nach billigem
Ermessen ändern.
(2) Bei Rechtsgeschäften mit Verbrauchern kann das Entgelt (ausgenommen Zinsen) für die vom Kreditinstitut
erbrachten Dauerleistungen (z.B. Kontoführungsprovision) nach Maßgabe der Erhöhung oder Verminderung des
von der Statistik Austria erhobenen und veröffentlichten, nationalen Verbraucherpreisindex 2000 (VPI) oder ein
an dessen Stelle tretenden Index geändert werden. Als Ausgangsbasis für die Berechnung ist das Jahr 2000 mit
einem Indexwert von 100 heranzuziehen. Anpassungen auf Grund der Veränderung des VPI erfolgen auf Basis
des Jahresdurchschnittes eines vergangenen Kalenderjahres im Folgejahr. Erfolgt bei der Erhöhung der
Indexzahl des Jahresdurchschnittes eine Gebührenanhebung aus welchen Gründen immer nicht, so ist dadurch
das Recht auf Anhebung in den Folgejahren nicht verloren gegangen. Dies gilt auch, wenn die Indexerhöhungen
nicht zur Gänze als Basis einer Anhebung der Entgelte herangezogen wird. Die gesetzliche Verpflichtung zum
Ausweis dieser Anpassungsklausel in einem Verbraucherkreditvertrag bleibt unberührt.
(3) Über Absatz 2 hinausgehende Änderungen des Leistungsumfanges oder der Entgelte müssen zwischen
Kreditinstitut und Verbraucher vereinbart werden. Dies kann auch durch ein Angebot des Kreditinstitutes an den
Kunden und durch Nichterhebung eines Widerspruches durch den Kunden erfolgen, wobei folgende Form
eingehalten werden muss:
Änderungen des Leistungsumfanges oder der Entgelte erlangen nach Ablauf der 6. Woche ab Erhalt des
Angebotes Rechtsgültigkeit, sofern nicht bis zum Ablauf der 6. Woche ab Erhalt des Angebotes ein schriftlicher
Widerspruch des Kunden beim Kreditinstitut einlangt. Das Angebot an den Kunden kann in jeder Form erfolgen,
die mit dem Kunden im Rahmen der Geschäftsverbindung vereinbart worden ist. Eine mit dem Kunden getroffene
Vereinbarung über den Zugang von Erklärungen oder Verständigungen des Kreditinstitutes (z.B. brieflich oder
durch Kontoauszug) gilt auch für das Angebot über Änderungen des Leistungsumfanges oder der Entgelte.
Das Kreditinstitut wird den Kunden in dem Angebot darauf aufmerksam machen, dass sein Stillschweigen nach
Ablauf von 6 Wochen ab Erhalt des Angebotes als Zustimmung zur Änderung gilt.


B. Aufwandsersatz
Z 34.
(1) Der Kunde trägt alle auf Grund der Geschäftsverbindung mit ihm entstehenden, notwendigen und
nützlichen Aufwendungen, Auslagen, Spesen und Kosten, insbesondere Stempel- und Rechtsgebühren, Steuern,
Porti, Kosten für Versicherung, Rechtsvertretung, Betreibung und Einbringung, betriebswirtschaftliche Beratung,
Telekommunikation sowie Bestellung, Verwaltung und Verwertung oder Freigabe von Sicherheiten. Kann das
Kreditinstitut eine Zahlungsanweisung des Kunden mangels Deckung nicht durchführen oder muss es auf Grund
von Zwangsmaßnahmen Dritter gegen den Kunden tätig werden, ist es zur Einhebung eines angemessenen
pauschalen Aufwandsersatzes gemäß Aushang berechtigt.
(2) Das Kreditinstitut darf diese Aufwendungen ohne Einzelaufstellung in einem Gesamtbetrag in Rechnung
stellen, soweit der Kunde nicht ausdrücklich eine Einzelaufstellung verlangt.


V. AUFRECHNUNG UND VERRECHNUNG


A. Aufrechnung
1. Durch das Kreditinstitut

Z 35. Das Kreditinstitut ist berechtigt, zwischen sämtlichen Ansprüchen des Kunden, soweit sie pfändbar sind,
und sämtlichen Verbindlichkeiten des Kunden ihm gegenüber aufzurechnen.


2. Durch den Kunden
Z 36
. Der Kunde ist nur dann berechtigt seine Verbindlichkeiten durch Aufrechnung aufzuheben, wenn das
Kreditinstitut zahlungsunfähig ist oder die Forderung des Kunden in Zusammenhang mit seiner Verbindlichkeit
steht oder gerichtlich festgestellt oder vom Kreditinstitut anerkannt worden ist.


B. Verrechnung
Z 37
. Das Kreditinstitut kann abweichend von den Bestimmungen des § 1416 ABGB Zahlungen zunächst
insoweit auf Forderungen des Kreditinstituts anrechnen, als für diese keine Sicherheit bestellt wurde oder der
Wert der bestellten Sicherheit die Forderungen nicht deckt. Dabei ist es ohne Bedeutung, wann die Fälligkeit der
einzelnen Forderungen eingetreten ist. Dies gilt auch im Rahmen eines Kontokorrentverhältnisses.
 

BESONDERER TEIL


Bestimmungen für das Einlagengeschäft (Termineinlagen)


1. Einlagengeschäft
Z 38. Termineinlagen sind Geldeinlagen, die auf gewisse Zeit gegeben werden. Termineinlagen werden mit
Ablauf einer bestimmten Frist automatisch fällig.


2. Verzinsung und Laufzeit von Termineinlagen
Z 39. Die Bausparkasse verpflichtet sich, die Einlage auf die vereinbarte Gesamtlaufzeit mit dem vereinbarten
Zinssatz zu verzinsen und die Zinsen dem Konto des Kunden in der vereinbarten Periode gutzubringen.
Die Zinsen unterliegen keiner Aufrechnung und können vom Kunden erst mit Rückführung der Einlage disponiert
werden.
Die Berechnung der Zinsen erfolgt kalendermäßig 365 (Echttageberechnung).
Die Zinsen werden jeweils zum Ende der Laufzeit der Termineinlage kapitalisiert.
Die Einlagen werden nach Ende der vereinbarten Laufzeit mit dem jeweils gültigen Zinssatz für täglich fällige
Bauspareinlagen verzinst.
Z 40. Das Auslaufdatum von Termineinlagen wird bei der Eröffnung vereinbart.
Z 41. Einzahlungen auf Termineinlagen sind nur am Eröffnungstag möglich. Nachträgliche Einzahlungen sind
nicht möglich.


Rückführung der Einlage:
Z 42
. Die Bausparkasse ist verpflichtet, die Einlage am Ende der Vertragslaufzeit rückzuführen. Vorzeitige
Kündigungen durch den Kunden oder durch die Bausparkasse sind ausgeschlossen.


Die Informationen zur Einlagensicherung haben wir auf unserer Homepage www.sbausparkasse.at zur Verfügung
gestellt.

FN 38.732i Handelsgericht Wien,
DVR: 0676837
Bausparkasse der österreichischen
Sparkassen  Aktiengesellschaft
BLZ: 24012,
E-Mail: info@sbausparkasse.co.at
Zentrale: 1100 Wien,
Am Belvedere 1
URL: www.sbausparkasse.atTelefon:+43 5 0100-0
Telefax +43 5 0100-29500