Bausparlexikon – V

Bei der variablen Verzinsung eines Bausparvertrages bzw. eines Bauspardarlehens wird der Zinssatz jedes Jahr am 1. 1. angepasst und gilt sodann für das gesamte folgende Kalenderjahr.

Der Verkehrswert ist der zum Zeitpunkt der Besichtigung gegenwärtige Marktwert der Immobilie und ist abhängig von bestehenden grundbücherlichen Belastungen, Lage, Infrastruktur, Wohnqualität etc. Die Höhe der möglichen Darlehenssumme für ein s Bauspardarlehen ist abhängig vom Verkehrswert der Immobilie, da aufgrund des Bausparkassengesetzes die s Bausparkasse maximal 80 % des Verkehrswertes an Darlehen vergeben darf.

Auch nach der gesetzlichen 6jährigen Laufzeit eines Bausparvertrages kann prämienbegünstigt weitergespart werden, sofern kein anderer neuer prämienbegünstigter Bausparvertrag abgeschlossen wurde.

Der Vertragsinhaber ist der Vertragspartner der s Bausparkasse beim Ansparvertrag und kann eine natürliche oder juristische Person sein. Er ist der Anspruchsberechtigte aus dem Bausparvertrag (bei Minderjährigkeit vertreten durch den gesetzlichen Vertreter).

Jedem Bausparvertrag wird eine Vertragsnummer zugeordnet. Diese Vertragsnummer ist gleichzeitig die Kontonummer des Bausparvertrages.

Das Bausparen in seiner ursprünglichen Form diente ausschließlich der Erhaltung bzw. Schaffung von Wohnraum (insbesondere Kauf, Neubau, Sanierung). Seit 2005 wurde der Verwendungszweck um Bildungs- und Pflegemaßnahmen erweitert. Das bedeutet: Benötigt man vor dem Ablauf der gesetzlichen 6-jährigen Bindungsfrist eines Bausparvertrages das angesparte Geld, kann man auf das Guthaben ohne Prämienrückrechnung aufgrund der widmungsgemäßen Verwendung zugreifen. Ebenso kann zur Finanzierung dieser Verwendungszwecke ein s Bauspardarlehen vergeben werden.

Beispiele für den Verwendungszweck Bauen, Wohnen & Sanieren:
Kauf eines Grundstücks oder einer Wohnung, Thermische Sanierungsmaßnahmen des Eigenheims, Dachbodenausbau, Baukostenanteile von Miet-, Genossenschafts- und Gemeindewohnungen, Kleingärten zum ganzjährigen Wohnen.

Die maximale prämienbegünstigte Einzahlungen pro Jahr beträgt seit 1.1.2009 1.200 Euro, das entspricht einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro. Werden in einem Jahr genau 1.200 Euro eingezahlt, nützt man die Prämie voll aus und erhält die maximale Bausparprämie.

Die Voraussetzungen für den Erhalt der staatlichen Prämie sind im Einkommersteuergesetz geregelt.

Die Voraussetzungen sind:
1. der Bausparer hat einen Wohnsitz im Inland;
2. der Bausparer ist eine natürliche Person (juristische Personen erhalten keine Prämie),
3. die Einhaltung der 6jährigen Laufzeit des Bausparvertrages;
4. Der Bausparer hat im Abschlusszeitpunkt keinen weiteren prämienbegünstigten Bausparvertrag (auch bei einer anderen Bausparkasse) laufen: Pro Person kann nur ein prämienbegüngstigter Bausparvertrag abgeschlossen werden.

Sollte eine Person mehrere Bausparverträge abschließen, erhält sie die Bausparprämie nur für einen Vertrag.