
Podcast-Episode:
Wohnraumfinanzierung.
Keine Lust auf teure Fehler.
Unser Podcast rund ums Kaufen, Bauen und Sanieren.
In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Özkan Kara, Berater bei der s Wohnfinanz, über wichtige Grundlagen und praxisnahe Tipps rund um Kredite und Darlehen. Eine gute Finanzierung beginnt nicht mit dem Bauchgefühl, sondern mit einem klaren Plan. Ein realistisches Budget, die Berücksichtigung aller Nebenkosten und ehrliche Erwartungen an das eigene Vorhaben sind entscheidend. Ebenso wichtig ist ein durchdachtes Finanzierungskonzept. Raten und Laufzeiten sollten zur persönlichen Lebenssituation passen, mögliche Risiken mitbedacht und finanzielle Reserven bewusst eingeplant werden.
Wissenswertes aus unserem Podcast zum Nachlesen
Warum möchten viele Menschen von Miete auf Eigentum wechseln?
Häufige Gründe sind steigende Mieten, veränderte Lebenssituationen wie Familiengründung oder Familienzuwachs sowie der Wunsch nach mehr Sicherheit und Unabhängigkeit. Viele Mieter:innen fragen sich jedoch, ob Eigentum heute überhaupt noch leistbar ist oder ob sie ihr Wohnbudget besser anders einsetzen sollten.
Was ist einer der größten Fehler bei der Wohnraumfinanzierung?
Ein zentraler Fehler ist eine unrealistische Vorstellung vom Wunschobjekt. Wenn Immobilie, Lage oder Größe nicht zum verfügbaren Budget passen, erscheint Eigentum schnell unmöglich. Wichtig ist daher, die eigenen finanziellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und die Suche daran anzupassen.
Wie sollte man mit unrealistischen Wohnträumen umgehen?
Wenn ein Wunschprojekt aktuell nicht finanzierbar ist, bedeutet das nicht das Aus für Eigentum. In der Beratung werden alternative Lösungen gesucht, zum Beispiel kleinere Objekte oder bestehende Immobilien. Gleichzeitig kann ein Plan für die Zukunft erstellt werden, um später bessere Voraussetzungen zu schaffen.
Sollte man zuerst eine Immobilie suchen oder zuerst die Finanzierung klären?
Empfohlen wird eindeutig: zuerst die Finanzierung klären, dann die Immobilie suchen. Wer sein realistisches Budget kennt, vermeidet Enttäuschungen, spart Zeit und kann gezielter nach passenden Objekten suchen.
Was ist der größte Fehler im Umgang mit Banken oder Finanzierungen?
Eine Finanzierung ohne durchdachtes Finanzierungskonzept. Ein gutes Konzept berücksichtigt nicht nur Kaufpreis, Kreditbetrag und Rate, sondern auch die aktuelle Lebenssituation und mögliche Veränderungen in der Zukunft.
Was gehört zu einem guten Finanzierungskonzept?
Ein solides Finanzierungskonzept berücksichtigt unter anderem:
die aktuelle Einkommens- und Haushaltssituation
geplante oder mögliche Veränderungen (z. B. Karenz, Jobwechsel)
zukünftige Einkommensentwicklung
persönliche Lebenspläne und Sicherheitserwartungen
Diese sogenannten „Soft Facts“ sind entscheidend für eine nachhaltige Finanzierung.
Welche Elemente einer Finanzierung können individuell angepasst werden?
Eine Wohnraumfinanzierung ist flexibel gestaltbar, zum Beispiel durch:
unterschiedliche Ratenmodelle (z. B. anfangs niedrigere Raten)
variable oder fixe Laufzeiten bis zu 35 Jahre
unterschiedliche Fixzinsmodelle (von kurzen Phasen ab ca. 18 Monaten bis hin zu langen Fixzinszeiträumen von bis zu 20 Jahren)
Warum ist Absicherung ein so wichtiges Thema?
Ein häufiger Fehler ist, bei der Planung nur an gute Zeiten zu denken. Risiken wie Krankheit, Unfall oder Einkommensausfälle müssen mitgedacht werden. Dazu zählen Versicherungen ebenso wie vertragliche Möglichkeiten innerhalb der Finanzierung, um bei Problemen flexibel reagieren zu können.
Reicht es, einfach die niedrigste monatliche Rate zu vergleichen?
Nein. Die günstigste Rate ist nicht automatisch das beste Angebot. Wichtige Fragen sind unter anderem:
Ab wann beginnt die Rückzahlung?
Welche Kosten sind in der Rate enthalten?
Sind Sondertilgungen möglich und kostenfrei?
Gibt es Flexibilität bei Veränderungen der Lebenssituation?
Warum sollte man nicht alle Eigenmittel einsetzen?
Ein häufiger Fehler ist, sämtliche Eigenmittel in den Kauf oder Bau zu investieren. Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben sind essenziell. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, parallel zu sparen oder gezielt Eigenmittel für spätere Sondertilgungen oder Instandhaltungen zurückzulegen.
Wie hoch sollte die finanzielle Reserve sein?
Als Faustregel gilt: Die eiserne Reserve sollte etwa 3 bis 6 Monatsgehälter abdecken. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro entspricht das rund 9.000 bis 18.000 Euro, die jederzeit verfügbar sein sollten.
Welche Rolle spielt eine genaue Kostenübersicht beim Wohnprojekt?
Eine unvollständige Kostenplanung kann zu teuren Nachfinanzierungen führen. Besonders bei Neubauten oder Sanierungen entstehen häufig Zusatzkosten. Eine realistische Gesamtkostenübersicht inklusive Puffer ist daher unerlässlich.
Wie geht man mit Doppelbelastungen um (Miete + Finanzierung)?
Doppelbelastungen sollten frühzeitig geplant oder möglichst vermieden werden. Wichtig ist zu klären:
Wann kann das neue Eigenheim bezogen werden?
Wann endet das bestehende Mietverhältnis?
Finanzierungsoptionen wie ein späterer Rückzahlungsbeginn oder eine reduzierte Startrate können diese Übergangsphase erleichtern.
Werden diese Themen in der Beratung aktiv angesprochen?
Ja. Eine umfassende Finanzierungsberatung hinterfragt Budget, Kostenplanung, Reserven und zeitliche Abläufe. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und Lösungen zu finden, die zur individuellen Lebenssituation passen.
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