
Episode:
Mieten oder Eigentum – was passt zu mir?
Unser Podcast rund ums Kaufen, Bauen und Sanieren.
In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Nico Höllwarth, Finanzierungsberater im mobilen Vertrieb der s Bausparkasse, über die großen Fragen rund ums Wohnen: Bin ich der Typ für ein Eigenheim? Oder genieße ich lieber die Flexibilität in Miete zu wohnen? Lesen Sie hier, welcher Wohn-Typ Sie sind.
Wissenswertes aus unserem Podcast zum Nachlesen
Für wen ist die Entscheidung „Mieten oder Kaufen“ relevant?
Die Frage „Mieten oder Kaufen?“ betrifft alle, die überlegen, ein bislang gemietetes Zuhause aufzugeben und Wohneigentum zu schaffen – unabhängig davon, ob sie langfristig sesshaft bleiben möchten oder noch flexibel sind. Neben finanziellen Aspekten spielen auch persönliche Lebensziele und Zukunftspläne eine große Rolle.
Ist Eigentum grundsätzlich sinnvoller als Miete?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Fakt ist jedoch: Jede Person zahlt im Laufe ihres Lebens eine Immobilie ab – entweder die eigene oder die eines Vermieters. Während Mietzahlungen ausschließlich dem Vermögensaufbau des Vermieters dienen, führt die Rückzahlung eines Kredits langfristig zum Eigentum an einer eigenen Immobilie.
Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Miete und Eigentum?
Bei einer Mietwohnung wird monatlich Miete an den Vermieter bezahlt, ohne dass am Ende Eigentum entsteht. Die Miete kann steigen, etwa durch Inflation oder Indexanpassungen.
Beim Eigentum zahlt man über viele Jahre Kreditraten, ist dafür am Ende schuldenfrei und besitzt die Immobilie. Nach Rückzahlung des Darlehens fallen nur noch laufende Betriebskosten an.
Gibt es konkrete Zahlen, die Miete und Eigentum vergleichen?
Ja. Ein Beispiel:
Eine Familie bezahlt für eine 80 m²-Wohnung in Innsbruck rund 2.000 Euro Miete pro Monat. Hochgerechnet über ein ganzes Leben ergibt das etwa 1,3 Millionen Euro.
Der Kauf einer vergleichbaren Wohnung um rund 500.000 Euro mit einer Laufzeit von 35 Jahren kann zu einer monatlichen Rate von etwa 2.200 Euro führen. Die Gesamtbelastung liegt dabei bei rund 930.000 Euro – und die Immobilie ist zum Pensionsantritt abbezahlt. Inflation und künftige Mieterhöhungen sind in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt.
Welche Rolle spielt das Alter bei der Entscheidung?
Eine gängige Faustregel besagt, dass ein Wohnkredit idealerweise spätestens zum Pensionsantritt oder wenige Jahre davor vollständig zurückgezahlt sein sollte. Das Alter beeinflusst daher die mögliche Laufzeit und damit auch die Höhe der monatlichen Rate.
Ist Eigentum sinnvoll, wenn man flexibel bleiben möchte?
Eigentum bietet Stabilität und Gestaltungsfreiheit, schränkt jedoch die kurzfristige Flexibilität ein. Mieten ermöglicht einfacher einen Wohnortwechsel, etwa bei beruflichen oder familiären Veränderungen. Dafür hat man weniger Einfluss auf Gestaltung, Nutzung und Mietanpassungen. Welche Variante besser passt, hängt stark von der individuellen Lebensplanung ab.
Was passiert, wenn ich eine finanzierte Immobilie wieder verkaufen möchte?
Der Verkauf einer Immobilie ist grundsätzlich möglich und das investierte Kapital geht nicht verloren. Wichtig ist die Immobilienertragsteuer: Von dieser ist man befreit, wenn man entweder mindestens drei Jahre durchgehend oder fünf Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Verkauf selbst in der Immobilie gewohnt hat.
Was, wenn ich für einen neuen Kauf noch keine Käufer:innen gefunden habe?
In solchen Fällen kann eine sogenannte Zwischenfinanzierung genutzt werden. Damit lässt sich das gebundene Kapital bereits für ein neues Wohnprojekt einsetzen, ohne auf den tatsächlichen Verkauf der bestehenden Immobilie warten zu müssen.
Ist Eigentum nicht mit mehr Verantwortung verbunden als Miete?
Ja, Eigentum bedeutet Verantwortung. Instandhaltung, Reparaturen und laufende Kosten müssen selbst getragen werden. Bei Mietwohnungen übernimmt diese Aufgaben zwar formal der Eigentümer, jedoch sind Betriebskosten und Rücklagen häufig indirekt im Mietpreis enthalten.
Kann Miete günstiger sein, wenn ich viele Arbeiten auslagern muss?
Das kann im Einzelfall zutreffen. Wer handwerkliche Tätigkeiten nicht selbst übernehmen kann und für jede Reparatur Fachkräfte beauftragt, muss diese Kosten einplanen. Eigentum ist daher nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine organisatorische Entscheidung.
Eignet sich eine eigene Immobilie als Altersvorsorge?
Langfristig ja. Eigentümer:innen haben in der Pension den Vorteil, keine laufende Miete mehr zahlen zu müssen. Während Mieter:innen auch im Ruhestand mit steigenden Mietkosten rechnen müssen, fallen bei Eigentum meist nur Betriebskosten an. Zusätzlich kann eine Immobilie als finanzielle Reserve oder Sicherheit für Nachkommen dienen.
Ist Eigentum auch mit durchschnittlichem Einkommen möglich?
Nicht für alle, aber für mehr Menschen als oft angenommen. Ein Einstieg über kleinere, leistbarere Wohnungen kann sinnvoll sein. Eine sogenannte Startwohnung erfordert weniger Eigenmittel und kann später als Basis für ein größeres Wohnprojekt dienen.
Wie entwickeln sich Immobilienpreise in Österreich?
Die Preisentwicklung hängt stark von Lage, Objektart und Marktsituation ab. Pauschale Aussagen sind schwierig. Umso wichtiger ist eine individuelle Berechnung und Beratung statt allgemeiner Annahmen über Preisblasen oder Wertsteigerungen.
Gibt es Tools zur ersten Orientierung?
Ja. Online-Rechner wie „Rate statt Miete“ helfen dabei abzuschätzen, welche Kreditrate einer aktuellen Miete entsprechen würde und welches Finanzierungsvolumen dadurch möglich ist. Sie bieten eine gute erste Orientierung, ersetzen jedoch keine persönliche Beratung.
Was ist das Fazit: Mieten oder Kaufen?
Beide Wohnformen haben Vor- und Nachteile. Miete bedeutet Flexibilität und weniger Verantwortung, Eigentum bietet Sicherheit, Gestaltungsfreiheit und langfristige finanzielle Vorteile. Die richtige Entscheidung hängt von der individuellen Lebenssituation, den finanziellen Möglichkeiten und den persönlichen Prioritäten ab.
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