Episode:
Mission Eigenheim: Profi-Tipps von der Immobilienmaklerin

Unser Podcast rund ums Kaufen, Bauen und Sanieren.

In dieser Podcast-Episode von „Bau dir was auf“ geht es um die zentralen Fragen rund um die Immobiliensuche und den Kaufprozess. Zu Gast ist die Immobilienmaklerin Jasmin Rotter, die praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit gibt und zeigt, wie Käufer:innen sicher und effizient durch den gesamten Prozess begleitet werden können.

Die Episode bietet Orientierung für alle, die eine Immobilie suchen, zeigt typische Fehlerquellen auf und gibt praktische Hinweise zu Besichtigung, Preisverhandlung und Kaufabwicklung.

Das Wichtigste aus unserem Podcast - zum Nachlesen:

Was macht eine Immobilienmaklerin oder ein Immobilienmakler für Käufer:innen?

Eine Immobilienmaklerin oder ein Immobilienmakler fungiert als Bindeglied zwischen Verkäufer- und Käuferseite. Zu den Aufgaben zählen die Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen, die Unterstützung bei der Preisfindung sowie die Begleitung bis zur Kaufvertragsunterzeichnung und Schlüsselübergabe. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass rechtliche und organisatorische Aspekte berücksichtigt werden und keine wichtigen Details übersehen werden.

 

Kostet es etwas, eine Maklerin oder einen Makler mit der Suche zu beauftragen?

In der Regel entstehen für Suchende keine Kosten, solange kein Kauf zustande kommt. Erst im Fall einer erfolgreichen Vermittlung wird eine Provision fällig. Das bedeutet, dass die Unterstützung bei der Suche, Beratung und Besichtigung zunächst ohne Kostenrisiko in Anspruch genommen werden kann.

 

Wer bezahlt die Maklerprovision beim Immobilienkauf?

In Österreich ist es gesetzlich geregelt, dass sowohl Käufer:innen als auch Verkäufer:innen bei erfolgreichem Abschluss eine Provision bezahlen. Diese beträgt üblicherweise rund drei Prozent des Kaufpreises zuzüglich Umsatzsteuer. Bei Mietobjekten gilt hingegen das Bestellerprinzip, bei dem jene Partei die Provision bezahlt, die die Dienstleistung beauftragt hat.

 

Worauf sollte man bei einer Besichtigung besonders achten?

Bei einer Besichtigung konzentrieren sich viele Menschen zunächst auf optische Aspekte wie Raumaufteilung oder Oberflächen. Ebenso wichtig ist jedoch die Prüfung technischer und rechtlicher Details. Dazu zählen unter anderem der Zustand von Fenstern, Dach und Leitungen sowie Unterlagen wie Grundbuchauszug, Betriebskostenabrechnung und Rücklagen. Eine ganzheitliche Betrachtung hilft, spätere Überraschungen zu vermeiden.

 

Welche Warnsignale können bei einer Immobilie auftreten?

Typische Warnsignale sind etwa Feuchtigkeit oder Schimmel, größere Risse in Wänden oder Fundamenten sowie auffällige Mängel, die auf bauliche Probleme hinweisen könnten. Auch rechtliche Themen wie bestehende Rechte Dritter, etwa Wohnrechte oder Servituten, sollten unbedingt geprüft werden. Solche Aspekte sind für Laien oft schwer erkennbar und sollten daher im Zweifel gemeinsam mit Fachleuten beurteilt werden.

 

Können solche Mängel beim Preisverhandeln helfen?

Ob Mängel zu einem Verhandlungsvorteil führen, hängt stark von der jeweiligen Immobilie und der Marktsituation ab. In weniger nachgefragten Lagen kann es eher möglich sein, aufgrund von Mängeln über den Preis zu verhandeln. In stark nachgefragten Regionen hingegen spielt der Zustand oft eine geringere Rolle, wenn mehrere Interessent:innen vorhanden sind.

 

Wie unterstützt eine Immobilienmaklerin oder ein Immobilienmakler bei der Einschätzung des Kaufpreises?

Makler:innen bewerten Immobilien auf Basis von Lage, Zustand, Ausstattung und aktueller Marktsituation. Dabei werden Vergleichsobjekte herangezogen, um einzuschätzen, ob ein Angebot marktgerecht ist. Gerade wenn Käufer:innen emotional in eine Immobilie involviert sind, hilft diese objektive Einschätzung, fundierte Entscheidungen zu treffen.

 

Gibt es fixe Regeln für Preisverhandlungen, etwa pauschale Abschläge?

Pauschale Annahmen, wie etwa ein genereller Verhandlungsspielraum von 20 Prozent, entsprechen in der Regel nicht der Realität. Der Verhandlungsspielraum hängt immer von Faktoren wie Lage, Nachfrage und Zustand der Immobilie ab und muss individuell beurteilt werden.

 

Wie lange sind Immobilien üblicherweise am Markt?

Die Vermarktungsdauer kann variieren, liegt jedoch häufig im Bereich von mehreren Monaten. Erfahrungswerte zeigen, dass manche Verkäufer:innen nach drei bis sechs Monaten eher bereit sind, über den Preis zu sprechen. Gleichzeitig gibt es auch Fälle, in denen bewusst auf einen höheren Verkaufspreis gewartet wird.

 

Wie läuft der Kaufprozess von der Zusage bis zur Übergabe ab?

Nach der Entscheidung für eine Immobilie wird zunächst ein Kaufanbot gelegt und eine Einigung über den Kaufpreis erzielt. Anschließend wird ein Kaufvertragsentwurf durch eine rechtliche Instanz wie Notar oder Rechtsanwalt erstellt. Nach der Unterzeichnung und der Abwicklung über ein Treuhandkonto erfolgt die Eintragung ins Grundbuch. Erst danach wird die Immobilie offiziell übergeben.

 

Welche Vorteile bietet eine Begleitung durch eine Immobilienmaklerin oder einen Immobilienmakler im Kaufprozess?

Da der Immobilienkauf für die meisten Menschen kein alltäglicher Vorgang ist, bringt eine professionelle Begleitung Sicherheit und Struktur in den Prozess. Makler:innen koordinieren Abläufe, achten auf Vollständigkeit der Unterlagen und unterstützen dabei, Fehler zu vermeiden.

 

Ist es günstiger, eine Immobilie privat ohne Makler:in zu kaufen?

Viele gehen davon aus, dass ein Kauf ohne Makler:in Kosten spart. In der Praxis besteht jedoch das Risiko, wichtige rechtliche oder wirtschaftliche Aspekte zu übersehen. Dadurch können im Nachhinein höhere Kosten entstehen, als durch die eingesparte Provision vermeintlich vermieden wurden.

 

Wie wird der Immobilienmarkt aktuell eingeschätzt?

Der Immobilienmarkt zeigt regional unterschiedliche Entwicklungen. In stark nachgefragten Lagen bleibt die Nachfrage hoch, während sich Preise in anderen Bereichen stabilisieren können. Insgesamt ist eine differenzierte Betrachtung notwendig, da Angebot und Nachfrage je nach Region stark variieren.

 

Welche Trends zeichnen sich am Immobilienmarkt ab?

Ein wichtiger Trend ist die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Auch smarte Technologien sowie neue Wohnformen gewinnen an Bedeutung. Besonders in urbanen Gebieten entstehen neue Konzepte, die sich an veränderte Lebensstile anpassen.

 

Was ist der wichtigste Tipp für den Einstieg in die Immobiliensuche?

Zu Beginn ist es entscheidend, die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Eine frühzeitige Klärung der Finanzierung schafft Sicherheit und ermöglicht es, schnell zu reagieren, wenn eine passende Immobilie gefunden wird.