Podcast-Episode:
Wohnglück reloaded.

So geht leistbares Wohnen heute.

In dieser Podcast-Folge von „Bau dir was auf“ geht es um eine Frage, die viele Menschen aktuell beschäftigt: Wie lässt sich Wohneigentum trotz steigender Preise und höherer Zinsen noch realisieren? 

In der Episode beleuchtet Jörg Schretter, Geschäftsführer der s Wohnfinanz, zentrale Stellschrauben der Leistbarkeit und zeigt, dass es auch in herausfordernden Zeiten Möglichkeiten gibt, den Traum vom Eigenheim realistisch zu planen und umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Eigenkapital, Standortwahl, Objektgröße, Finanzierung und persönliche Bonität.

Das Wichtigste aus unserem Podcast - zum Nachlesen:

Welche Rolle spielt Eigenkapital bei der Leistbarkeit von Wohneigentum?

Eigenkapital zählt zu den wichtigsten Grundlagen jeder Immobilienfinanzierung. Es umfasst nicht nur angespartes Geld, sondern kann sich auch aus Eigenleistung oder bereits vorhandenem Vermögen zusammensetzen. Regulatorisch gelten rund 20 Prozent des Kaufpreises als Richtwert, wobei der tatsächlich benötigte Anteil stark vom Finanzierungsvolumen, der gewünschten monatlichen Rate und der individuellen Situation abhängt. Entscheidend ist weniger eine fixe Prozentzahl als die Frage, was finanziell nachhaltig leistbar ist.

 

Kann Eigenleistung als Eigenkapital berücksichtigt werden?

Ja, Eigenleistung kann unter bestimmten Voraussetzungen als Bestandteil des Eigenkapitals angerechnet werden. Tätigkeiten wie Malerarbeiten, Bodenverlegung oder unterstützende Bauleistungen lassen sich in der Planung berücksichtigen, insbesondere wenn sie realistisch kalkuliert und gut dokumentiert sind. Auch hier spielt professionelle Beratung eine zentrale Rolle, um Eigenleistung korrekt in die Finanzierung einzubeziehen.

 

Welche Bedeutung hat familiäre Unterstützung bei der Finanzierung?

Für viele Menschen wird das Projekt Eigenheim zunehmend zu einem Familienprojekt. Unterstützung kann in Form von Grundstücken, bestehenden Immobilien, zusätzlicher Sicherheiten oder Eigenleistung erfolgen. Auch sogenannte Ersatzsicherheiten aus dem Familienumfeld können helfen, Finanzierungslücken zu schließen. Ohne familiäre Unterstützung ist Wohneigentum für manche Zielgruppen mittlerweile deutlich schwerer erreichbar.

 

Wie stark beeinflusst die Lage die Leistbarkeit einer Immobilie?

Der Standort ist einer der größten Kostenfaktoren. Während begehrte Toplagen hohe Preise mit sich bringen, lassen sich durch bewusste Abstriche bei der Lage erhebliche Einsparungen erzielen. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse zu analysieren, etwa hinsichtlich Infrastruktur, Mobilität und Umfeld, und zu entscheiden, worauf man verzichten kann. Verbesserungen im öffentlichen Verkehr eröffnen zunehmend auch außerhalb klassischer Toplagen leistbare Möglichkeiten.

 

Wo liegt Sparpotenzial: Neubau oder Bestandsimmobilie?

Bestandsimmobilien können eine leistbare Alternative zum Neubau sein, insbesondere außerhalb urbaner Zentren. Dabei ist jedoch eine sorgfältige Kalkulation notwendig. Neben dem Kaufpreis müssen Sanierungs- und Betriebskosten realistisch eingeschätzt werden. Ältere Objekte erfordern oft Investitionen in Energieeffizienz und Substanz, die in die Gesamtfinanzierung miteinfließen sollten.

 

Welche Rolle spielt die Größe der Immobilie für die monatliche Belastung?

Die Größe der Wohnfläche hat einen direkten Einfluss auf Kosten und Finanzierung. In der Vergangenheit spielte Wohnfläche oft eine untergeordnete Rolle, heute gewinnt eine bewusste Flächenplanung stark an Bedeutung. Entscheidend ist, wie viel Wohnraum aktuell und langfristig tatsächlich benötigt wird. Zu große Immobilien können später zu unnötiger finanzieller Belastung führen, etwa wenn sich die Lebenssituation verändert.

 

Wie beeinflussen Finanzierungsmodelle die Leistbarkeit?

Die Leistbarkeit hängt eng mit der Ausgestaltung der Finanzierung zusammen. Laufzeit, Tilgung, Ratenmodelle und Zinsbindung bestimmen, wie hoch die monatliche Belastung ausfällt. Längere Laufzeiten können die Rate senken, während flexible Modelle wie dynamische Raten an steigendes Einkommen angepasst werden können. Fixzinssätze bieten insbesondere in unsicheren Zeiten Planungssicherheit.

 

Warum ist eine qualitative Finanzierungsberatung so wichtig?

Eine gute Beratung betrachtet nicht nur Zahlen, sondern das gesamte Lebenskonzept. Neben Objektkosten und Eigenmitteln spielen Rücklagen, Förderungen und künftige Lebensphasen eine wichtige Rolle. Ziel ist eine individuell passende Finanzierung, bei der die monatliche Rate nicht zur dauerhaften Belastung wird, sondern langfristig gut tragbar bleibt.

 

Welche Rolle spielt die eigene Bonität beim Immobilienerwerb?

Die Bonität ist ein zentrales Entscheidungskriterium bei jeder Finanzierung. Sie setzt sich aus Einkommen, Sparverhalten und bestehende Verpflichtungen zusammen. Auch kleine, unbezahlte Rechnungen oder Konsumkredite können sich negativ auswirken. Ein bewusster Umgang mit Verbindlichkeiten und regelmäßiges Sparen verbessern die Ausgangslage für eine Immobilienfinanzierung deutlich.

 

Können alternative Wohnformen zur Leistbarkeit beitragen?

Mehrgenerationenhäuser oder gemeinschaftliche Wohnmodelle können eine sinnvolle Möglichkeit sein, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen. Besonders große Immobilien lassen sich durch mehrere Bewohner:innen effizienter bewirtschaften. Solche Konzepte erfordern jedoch klare Absprachen und eine langfristige Planung.

 

Welche Tipps sind besonders wichtig für den Start der Immobiliensuche?

Am Beginn steht eine realistische, oft bewusst reduzierte Planung. Entscheidend ist die Frage, was wirklich notwendig ist und was verzichtbar ist. Jeder zusätzliche Quadratmeter erhöht Kosten und Rate. Ziel sollte sein, eine Finanzierung zu wählen, die sich gut anfühlt und langfristig Freude bereitet, statt finanziellen Druck zu erzeugen. Gespräche mit Personen, die bereits gebaut oder gekauft haben, können wertvolle Orientierung bieten.

Wohneigentum ist auch heute noch möglich, wenn man die richtigen Hebel kennt und bereit ist, Prioritäten bewusst zu setzen. Lage, Größe, Eigenkapital, Eigenleistung und Finanzierungsmodell sind Faktoren, die aktiv gestaltet werden können. Eine sorgfältige Planung zu Beginn ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Wohnglück.