Klimafreundlich heizen:

Wärmepumpe vs. Biomasse 

Hohe Förderungen erleichtern den Umstieg von Öl-Heizungen auf Biomasse oder Wärmepumpe - die nicht nur früheren Ölkessel-Besitzern viel Freude machen. Welches System passt besser zu Ihnen?

Klimafreundlich heizen: Dank großzügigen Förderungen wie dem 'Raus aus Öl'-Bonus, und innovativen, sauberen Heizlösungen ist das heute einfacher, als je zuvor. Vor allem Biomasse-Anlagen und Wärmepumpen sind beliebt: 19 % aller Wohngebäude in Österreich werden laut Austrian Energy Agency (AEA) mittels Biomasse geheizt, Wärmepumpensysteme kommen auf über 5 % - sind aber eine vergleichsweise neue Lösung. Vor 12 Jahren lag ihr Anteil noch bei unter einem Prozent. Welches System passt besser zu Ihnen? 

© M-TEC Energie.Innovativ GmbH

Wärmepumpen

Ein niedriger Heizenergiebedarf und eine niedrige Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung) sprechen für ein Wärmepumpensystem.

 

Wärmepumpen heizen in Kombination mit der Außenluft, einem Erdkollektor oder einer Tiefenbohrung. Das aktuell am häufigsten eingesetzte System ist, wegen ihrer geringeren Investitionskosten, die Luft-Wärmepumpe. Da diese in der kalten Jahreszeit kalte Außenluft nutzt, ist ihre Umwandlungseffizienz von Strom in Wärme weniger effizient, als die der beiden anderen Varianten. Wärmepumpensysteme in Kombination mit einem Erdkollektor oder einer Tiefenbohrung profitieren im Winter von den höheren Temperaturen unter der Erde.

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Biomasse

Ein hoher Heizenergiebedarf und eine hohe Vorlauftemperatur (Radiatorenheizung) sprechen für eine Biomasse-Anlage.

 

Pellets-, Hackschnitzel- und Stückholzkessel sind die gängigsten Biomasse-Anlagen. Das Pelletssystem punktet durch komfortable Handhabung und ist besonders beim Umstieg von Öl-Systemen sehr beliebt. Die Holzpellets werden mit dem Tankwagen geliefert, automatisch (per Saugzug oder Schneckenförderung) zum Kessel transportiert und effizient verbrannt. Hackschnitzel- und Stückholzsysteme profitieren vom relativ niedrigen Preis des Energieträgers.

Biomasse oder Wärmepumpe? AEA-Experte Georg Trnka im Video-Interview

Neubau vs. Bestand. 

Für den Neubau eignen sich Wärmepumpensysteme besonders gut. „Der durch die Bauordnungen geforderte hohe thermische Standard in Verbindung mit einer Fußbodenheizung bietet ideale Bedingungen für Wärmepumpen“, analysiert AEA-Experte Georg Trnka. „Fußbodenheizungen benötigen eine geringe Vorlauftemperatur von maximal 40°, das passt perfekt für Wärmepumpen.“ Eine Radiatorenheizung, weit verbreitet in älteren Bestandsgebäuden, benötigt eine hohe Vorlauftemperatur von bis zu 90° - da sinkt die Wärmepumpen-Effizienz deutlich. Deshalb werden in weniger gut gedämmten Bestandsgebäuden, z.B. beim Wechsel von Heizöl auf erneuerbare Energieträger, bevorzugt Biomassesysteme eingebaut. Georg Trnka: „Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll, da der Energieträger Biomasse vergleichsweise günstig ist, und sehr niedrige Treibhausgas-Emissionen verursacht.“ Im Rahmen einer Sanierung, die laut AEA-Erkenntnissen im Einfamilienhausbereich die Heizkosten um bis zu 63 % senkt, kann man oft besonders effizient auf eines der beiden Systeme umstellen.

 

© AEA

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