Roland Hierzinger, Senior Expert | Consumer Behaviour, Austrian Energy Agency 24. Juli 2019

 

Klimageräte: Energie-Effizient durch den Sommer

Die immer heißer werdenden Sommer heizen den Wunsch nach gekühlten Innenräumen kräftig an. Zwar helfen oft ein paar praktische Verhaltenstipps, um die eigenen vier Wände auch im Hochsommer kühler zu halten - trotzdem steigt der Bedarf an Kühlgeräten. Bei diesen kommt es auf die Effizienz an.

 

Mit Wärmepumpe heizen und kühlen

Am besten haben es all jene, die in gut gedämmten Gebäuden wohnen: Sind Mauerwerk und Fenster gut gedämmt, ist der Temperaturausgleich zwischen Außen und Innen sehr reduziert. Das Ergebnis: Im Winter bleibt die Wärme drinnen, im Sommer draußen – der Klimatisierungsbedarf ist damit gering. Noch besser ist’s freilich, wenn auch noch eine passende Wärmepumpe im Haus vorhanden ist. Wird diese im Winter zum Heizen benutzt, kann das Haus im Sommer damit auch gekühlt werden. Zusätzliche Klimageräte sind damit oft gar nicht mehr notwendig. Leider hat nicht jeder das Glück, in einem gut gedämmten Haus mit entsprechender Wärmepumpe zu wohnen.

 

Muss ein Klimagerät sein?

Die Anzahl der Tropentage wird zwar immer größer, aber bevor man sich endgültig für den Kauf eines Klimagerätes entscheidet, sollte man sich Gedanken machen, ob ein solches wirklich benötigt wird. Reicht gegebenenfalls ein Ventilator? Dieser kühlt zwar die Luft nicht ab, aber der Luftzug lässt die Temperaturen doch um einiges angenehmer erscheinen. In jedem Fall sind Ventilatoren in der Anschaffung und im Betrieb günstiger als Klimageräte. Trotzdem kaufen immer mehr Haushalte Klimageräte. Dabei gibt es einiges zu beachten.

 

Unbedingt auf die Effizienz achten!

Hat man sich zum Kauf eines Klimagerätes entschlossen, stellt sich die Frage: Welcher Typ soll es sein? Grundsätzlich kann man zwischen mobilen Geräten, den so genannten Monoblöcken, und fest verbauten Modellen, den Split-Geräten, unterscheiden.

Monoblöcke sind Geräte, die überall in der Wohnung aufgestellt, und über eine Steckdose angeschlossen werden können. Split-Geräte wiederum bestehen aus zwei Komponenten: aus einem Innengerät, das im Zimmer fest verbaut wird, und aus einem Kompressor, der an die Außenwand montiert wird. Obwohl sich die Funktionsweise bei beiden Modellvarianten nicht grundsätzlich unterscheidet, gibt es dennoch spezifische Vor- und Nachteile.

 

Monoblöcke oder Split-Klimagerät: Die Vor- und Nachteile

Mobile Monoblöcke können in jedem Raum genutzt werden. Sie haben allerdings einen relativ hohen, oft als störend empfundenen Geräuschpegel. Zudem muss ein eigener Abluftschlauch durch ein Fenster nach außen geführt werden, wodurch warme Luft von außen wieder hereinströmen kann. Die ratsame Abdichtung des Fensterspalts ist oft recht schwierig. Allerdings sind Monoblöcke in der Anschaffung preisgünstiger, und haben einen geringeren Wartungsaufwand. Monoblöcke sind auf die Kühlleistung bezogen ineffizienter als Splitgeräte, die allerdings mit wesentlich höheren Leistungen installiert werden. Splitgeräte kühlen deswegen schneller und arbeiten insgesamt auf die Kühlleistung bezogen effizienter. Aber aufgepasst: Bei sorglosem Umgang bzw. ständiger Nutzung auch bei mäßigen Sommertemperaturen kann der Stromverbrauch sogar höher als bei einem Monoblock ausfallen. Als Vorteil des Splitgerätes können die Fenster geschlossen bleiben. Das Kühlmittel wird über fest installierte Leitungen zwischen Innen- und Außeneinheit transportiert. Bei Miet- und Eigentumswohnungen muss der Einbau deshalb vorab genehmigt werden. Die Anschaffungskosten und der Aufwand beim Einbau sind ungleich höher als beim Monoblock.

 

Service: Klimageräte richtig warten

Beide Gerätetypen sollten regelmäßig gewartet und gepflegt werden, um den optimalen energieeffizienten Betrieb sicherzustellen. Besonders wichtig ist es, den Luftfilter zu reinigen: Ein verschmutzter Luftfilter mindert die Kühlleistung. Bei mobilen Geräten muss zudem der Auffangbehälter fürs Kondenswasser regelmäßig geleert werden. 

Die Effizienz innerhalb dieser zwei Geräte-Typen kann sehr unterschiedlich sein. Achten Sie daher beim Kauf auf eine möglichst hohe Effizienz! Auf www.topprodukte.at finden Sie die Auflistung der besten Geräte. Splitgeräte erreichen die Effizienzklasse A+++,
mobile Geräte nur A++-. Ob „Monoblock“ oder „Splitgerät“: Entscheiden Sie sich Ihrer Stromrechnung und der Umwelt zu Liebe für ein Produkt der topprodukte Gold-Klassen!

 

Mit einfachen Maßnahmen den Kühlbedarf reduzieren

Auch einfache Verhaltensänderungen können helfen, den Kühlbedarf von vornherein niedrig zu halten und somit Strom zu sparen. Wenn Jalousien, Fensterläden oder Rollos am Tag die Sonneneinstrahlung reduzieren, heizen sich die Innenräume weniger auf. Geht die Sonne unter, und sinken die Außentemperaturen, kann man durch Lüften kühle Luft in das Innere lassen.

 

Foto: Quelle: BMNT, Fotografin: Petra Huber