FAQ Bausparen

Allgemeines

Pro Person können mehrere Bausparverträge eröffnet werden. ABER es kann nur ein prämienbegünstigter Bausparvertrag pro Person abgeschlossen werden. Seit 1.12.2016 bieten wir bis auf Weiteres keine Produkte ohne staatliche Prämie an.

Der Versand des Kontoauszuges erfolgt einmal jährlich, jeweils im Jänner.

Nein. Wichtig ist die Einhaltung der 6-jährigen gesetzlichen Bindungsfrist. Wenn Sie vor Ablauf dieser 6 Jahre das  Guthaben benötigen, können Sie, bei Erklärung der widmungsgemäßen Verwendung, die bisher erhaltene staatliche Prämie in Anspruch nehmen. Ein Nachweis für die widmungsgemäße Verwendung kann vom Finanzamt eingefordert werden.

Prämie & Verzinsung

Das Bausparen wird vom österreichischen Staat in Form der Bausparprämie (= staatliche Prämie) gefördert. Dabei wird dem  Bausparkonto jährlich eine Prämie als Prozentsatz der geleisteten Sparbeträge gutgeschrieben. Die staatliche Prämie ist im Einkommensteuergesetz (EStG 1988) in §108 geregelt.

Sie haben Anspruch auf die staatliche Prämie, wenn Sie in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig sind.

Die Höhe der Bausparprämie wird bis zum 30. November jeden Jahres für das Folgejahr vom Bundesministerium für Finanzen bekannt  gegeben. Die Bausparprämie orientiert sich gemäß § 108 EStG am allgemeinen Zinsniveau (Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen) und beträgt mindestens 1,5 % und höchstens 4 %.

Hier finden Sie alle Infos zur Höhe der aktuellen Bausparprämie.

 

Berechnung:

Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen zwischen 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Berechnungsjahres 

abzüglich 25 %

+ 0,8

= Prozentsatz, der zu halbieren und auf halbe Prozentpunkte auf- oder abzurunden ist.

Die staatliche Bausparprämie ist von der Kapitalertragssteuer befreit.
Die Zinsen unterliegen der Kapitalertragssteuer.

Die Bausparprämie wird jährlich von der Bausparkasse für Ihren prämienbegünstigten Bausparvertrag beim Bundesministerium für Finanzen angefordert und wird per 31. Jänner des Folgejahres dem Bausparvertrag gutgeschrieben.

Pro Person kann ein Betrag in der Höhe von maximal 1.200 Euro pro Jahr prämienbegünstigt einbezahlt werden. Für Einzahlungen darüber hinaus gilt es als Vorauszahlung für das Folgejahr Zum Beispiel: Bei einem Einmalerlag von 7.200 Euro werden die entsprechenden Vorauszahlungen in den Folgejahren prämienbegünstigt berücksichtigt.

Die Höhe des Zinssatzes nach den einzelnen Bauspar-Tarifen gilt sowohl bei prämienbegünstigten als auch bei nicht prämienbegünstigten Bausparverträgen nur bis zu einem Guthabenbetrag von 10.000 Euro. Bei prämienbegünstigten Bausparverträgen gilt diese Grenze pro in der Bemessungsgrundlage für die Bausparprämie berücksichtigter Person.

Bei Abschluss eines Bausparvertrages können Sie sich für einen monatlichen Sparbetrag von 30 Euro bis 100 Euro entscheiden. Beispiel: Die monatliche Mindestsparrate beträgt 30 Euro bzw. die jährliche Mindestsparrate beträgt 360 Euro.

Sie können während der Vertragslaufzeit bis maximal 12 Monate die vereinbarten Sparzahlungen aussetzen, ohne dass Kündigungsgebühren anfallen.

Unterschreiten die Einzahlungsbeträge dieses Ausmaß, so werden bei Kündigung des Bausparvertrages, ein Verwaltungskostenbeitrag in der Höhe des 1,5-Fachen des bei Vertragsabschluss vereinbarten monatlichen Sparbetrages verrechnet. Dies gilt unabhängig davon, ob die Kündigung vor oder nach Ablauf der sechs Jahre Mindestbindungsfrist erfolgt.  

 

Beispiel:

Sie haben einen monatlichen Sparbetrag in der Höhe von 60 Euro vereinbart. Nach Ablauf der 6-jährigen Laufzeit haben Sie statt 4.320 Euro  (= Sparbetrag 60 Euro x 12 Monate x 6 Jahre) nur 3.600 Euro eingezahlt. In diesem Fall werden keine Verwaltungskostenbeitrag verrechnet, da ein Aussetzen von 720 Euro  (= Sparbetrag 60 Euro x 12 Monate) noch keine Verwaltungskostenbeitrag auslöst.

Bitte holen Sie die Überweisung entweder mittels Online-Banking oder direkt bei Ihrer
BetreuerIn nach. Im nächsten Monat wird Ihr Sparbetrag wieder wie gewohnt automatisch eingezogen.

Kann der Einzug zwei Mal innerhalb eines Kalenderjahres nicht erfolgen, wird der Einziehungsauftrag seitens der s Bausparkasse storniert.

Folgende Termine stehen für den Einziehungsauftrag zur Wahl: 5., 10., 15., 20. oder 25. des Monats

BEISPIEL:

Sie können heuer noch die Differenz zwischen 1.200 Euro (prämienbegünstigter Höchstbetrag) und den 500 Euro bereits ausgenutztem Betrag, als noch prämienbegünstigte Einzahlung tätigen. In dem Beispiel wären es 700 Euro.

Im Jahr der Auflösung stehen dem Bausparer so viele Zwölftel der jährlich maximal erzielbaren Bausparprämie zu, als volle Kalendermonate zwischen Jahresbeginn und Guthabenauszahlung vergangen sind (=Zwölftelregelung).

Ist beispielsweise der Ablauf nach 6 Jahren am 2. Juni und wird zu diesem Datum der Bausparvertrag gekündigt, so sind volle 5 Monate vergangen und der Prämienanspruch beträgt 5/12 der jährlich maximal erzielbaren Bausparprämie.

Bitte beachten Sie, dass eine Auflösung des Bausparvertrages über George nur dann möglich ist, wenn Sie einen Folgevertrag abschließen.

Vertragsabschluss

Jede natürliche Person, die in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist. Die abschließende Person darf nicht als Antragstellerin/ Antragsteller oder mitberücksichtigte Person bei einem anderen Bausparvertrag aufscheinen. Jede Person kann nur einen prämienbegünstigten Bausparvertrag abschließen.

Die Eröffnung eines Bausparvertrages auf den Namen des minderjährigen Kindes ist ausschließlich durch den gesetzlichen Vertreter möglich.

Für minderjährige Bausparer, das sind Personen die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gelten folgende Bestimmungen:

  • Bei Personen unter 14 Jahren ist bei Abschluss eines Bausparvertrages die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters unbedingt erforderlich.
  • Bei Personen über 14 Jahren kann die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters entfallen, wenn die Einzahlungen ausschließlich aus eigener Erwerbstätigkeit des Minderjährigen stammen und die Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse dadurch nicht gefährdet ist. Dafür ist die Minderjährigenerklärung am Bausparantrag anzukreuzen. Derzeit ist der Online Abschluss mit Minderjährigenerklärung nicht möglich.

 

Grundsätzlich unterschreibt die VertragsinhaberIn oder deren gesetzliche VertreterIn.

  • VertragsinhaberIn unter 14 Jahre: die gesetzliche VertreterIn unterschreibt
  • VertragsinhaberIn über 14 Jahre ohne eigenes Einkommen: die gesetzliche VertreterIn unterschreibt
  • VertragsinhaberIn über 14 Jahre mit eigenem Einkommen: die VertragsinhaberIn unterschreibt
  • VertragsinhaberIn über 18 Jahre: die VertragsinhaberIn unterschreibt

Ist die jugendliche VertragsinhaberIn bei Kündigung des Bausparvertrages bereits volljährig (18 Jahre), kann nur diese die Kündigung unterfertigen.

Seit dem Jahr 2000 muss zur Anforderung der staatlichen Bausparprämie für alle prämienbegünstigten Bausparverträge am Bausparvertrag (im Antrag auf Erstattung der Einkommensteuer (Lohnsteuer) die Sozialversicherungsnummer der antragstellenden Person angegeben werden.

Änderungen während der Vertragslaufzeit

Der Bausparvertrag muss in die Verlassenschaft aufgenommen werden. Um dies veranlassen zu können, benötigt die s Bausparkasse eine Kopie der Sterbeurkunde.

Sie können die Kopie bei Ihrem Berater in der Filiale abgeben.

Kündigung & Ablauf

Ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Für einen prämienbegünstigten Bausparvertrag gilt eine gesetzliche Mindestbindungsfrist von 6 Jahren.

Wird das angesparte Kapital dennoch vor Ablauf der Mindestbindungsfrist benötigt, ist eine Überweisung ohne Prämienrückrechnung möglich, sofern eine Erklärung der widmungsgemäßen Verwendung vorliegt.

Das heißt: Verwenden Sie das Guthaben für Wohn-, Bildungs- oder Pflegemaßnahmen, wird die staatliche Bausparprämie auch bei einer vorzeitigen Kündigung nicht abgezogen.
 

Beispiele für den Verwendungszweck Bauen, Wohnen & Sanieren:

Kauf einer Wohnung, thermische Sanierungsmaßnahmen des Eigenheims, Dachbodenausbau, Baukostenanteile von Miet-, Genossenschafts- und Gemeindewohnungen, Kleingärten zum ganzjährigen Wohnen.

Sowohl für nicht prämienbegünstigte als auch für prämienbegünstigte Bausparverträge gilt bei einer Kündigung vor Ablauf der 6-jährigen Mindestbindungsfrist Folgendes:

Es verringern sich die bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt bzw. die bezüglich des behobenen Teilbetrages angefallenen Zinsen rückwirkend mit Vertragsbeginn um die Hälfte. Überdies werden Verwaltungskostenbeitrag in der Höhe des 1,5-Fachen des zu Vertragsbeginn vereinbarten monatlichen Sparbetrages mit folgender Staffelung verrechnet: wird die Kündigung in den ersten beiden Laufzeitjahren wirksam, so fallen die Verwaltungskostenbeitrag zu 100 %, im dritten Laufzeitjahr zu 80 %, im vierten Laufzeitjahr zu 60 %, im fünften Laufzeitjahr zu 40 % und im sechsten Laufzeitjahr zu 20% an.

Bitte beachten Sie, dass eine Kündigung des Bausparvertrages über George nur in Verbindung mit einem Neuabschluss möglich ist. 

Die widmungsgemäße Verwendung können Sie am Kündigungsformular erklären. Ein Nachweis der widmungsgemäßen Verwendung kann vom Finanzamt eingefordert werden.

Das angesparte Guthaben wird nach Ablauf der 6-jährigen Mindestbindungsfrist nicht automatisch ausbezahlt, da Sie sonst den Anspruch auf das s Bauspardarlehen verlieren würden. Nach Ende der 6-jährigen Mindestbindungsfrist ist von Ihnen zu entscheiden, ob Sie den Bausparvertrag für eine Bausparfinanzierung (z.B. Hausbau, Wohnungskauf, Bildung oder Pflege) verwenden möchten oder ob Sie sich das angesparte Guthaben auszahlen lassen möchten.

Um zu Ihrem Guthaben aus dem abgelaufenen Bausparvertrag zu kommen, stehen Ihnen die folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Über George, wenn Sie einen neuen Bausparvertrag abschließen, können Sie im Zuge dessen gleich die Kündigung des abgelaufenen Vertrages veranlassen.
  2. Über Ihren Berater in der Filiale

Ja, Sie können die monatliche Einzahlung auf Ihren Bausparvertrag bis zu 12 Monate lang ohne finanzielle Folgen aussetzen.

Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz

Finanzinstitute sind gesetzlich verpflichtet bei Vorliegen von Indizien betreffend mehrerer Steueransässigkeiten weitere steuerrelevante Dokumente einzufordern.

Nein. KundInnen, die ausschließlich in Österreich steueransässig  sind, benötigen keine Steuernummer. Sie müssen allerdings ihr Steueransässigkeitsland bekannt geben und allfällige Änderungen in ihren persönlichen Daten unverzüglich der Bank mitteilen.

Nähere Details zu den landesspezifischen Steueransässigkeitsregelungen finden Sie auf der Seite der OECD. Generelle Informationen zum Common Reporting Standard finden sie auf dem Informationsportal der OECD.

Für Privatpersonen ist die Steueransässigkeit grundsätzlich in jenem Land gegeben in dem der Wohnsitz liegt (bzw. normalerweise in jenem/n Land/Ländern in dem/denen das Einkommen und das Vermögen versteuert wird). Da die Steueransässigkeit(en) stark von den landespezifischen Steuerregelungen abhängt, ist es ratsam, im Zweifel Kontakt mit einem Steuerberater aufzunehmen. Die s Bausparkasse darf generell keine individuelle Beratung in steuerlichen Angelegenheiten durchführen.

Meldepflichtige Daten sind:

  • Name
  • Adresse
  • Ansässigkeitsstaat(en)
  • Steueridentifikationsnummer(n)
  • Geburtsdatum/-ort (bei natürlichen Personen)
  • Kontonummer(n)
  • Kontosalden/ -werte zum Jahresende oder die Auflösung des Kontos
  • Kapitalerträge, andere Erträge aus den Vermögenswerten auf dem Konto und Veräußerungserlöse.

Der Common Reporting Standard (CRS) ist ein internationales Abkommen, das den zwischenstaatlichen Austausch steuerlich relevanter Informationen regelt. Hiermit soll die internationale Steuerehrlichkeit gefördert werden. Für Österreich ist der Standard im Gemeinsamen Meldestandard-Gesetz (GMSG) geregelt. Dieses regelt den automatischen Informationsaustausch über Daten von im Ausland Steuerpflichtigen natürlichen Personen und Rechtsträgern.

KundInnen, bei denen aufgrund der der Bank bekannten Daten ein sog. GMSG-Indiz erkannt wird (z.B. eine Adresse in einem GMSG-teilnehmenden Land) müssen mit einem Formular (= Selbstauskunft) bestätigen in welchem Land / welchen Ländern sie steueransässig sind (d.h. Steuerland u. Steuernummer)

In diesem Fall kann das Produkt (bei einem vorhandenen GMSG-Indiz) nicht eröffnet werden.

Das GMSG verpflichtet Finanzinstitute in Österreich ab 1. Oktober 2016 bei der Eröffnung von relevanten Produkten (hierzu zählen Zahlungsverkehrskonten, Einlagen, Wertpapier-Depots) die Steueransässigkeit der KundInnen zu erfragen, und gegebenenfalls zu melden.

Ab 1. Jänner 2020 unterliegen auch die Bausparkassen dieser Meldepflicht. 

Die Daten werden an die österreichische Finanzverwaltung gemeldet, diese leitet die Daten an die jeweilige ausländische Finanzbehörde weiter. Betroffen sind sowohl natürliche Personen als auch Rechtsträger/Unternehmen.